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„Tag der offenen Tür“ in der Kläranlage Bad Vöslau:

Bei strahlendem Wetter konnten sich am Samstag dem 10.6.2017 zahlreiche Besucher von den gelungenen Investitionen in die Bad Vöslauer Kläranlage überzeugen.

Das Abwasser von rund 50.000 Bewohnern von 11 Gemeinden sowie die Abwässer der NÖM-Molkerei werden hier gereinigt. Pro Sekunde werden bis zu 1.000 Liter in 2 Belebungsbecken, 3 Nachklärbecken, 3 Faultürmen und 2 Pressen verarbeitet; so fallen jährlich 6.500 Tonnen gepresster Klärschlamm an. Die Reinigungsleistung beträgt rund 95 %. Aufgrund der aufwendigen Technologie der Klärschlammfaulung kann die Anlage annähernd energieautark gefahren werden. Eine eigens dafür aufgelegte Broschüre gibt genauestens Auskunft.

Laufende Führungen durch das Fachpersonal wurden von der Möglichkeit einer Bummelzugfahrt durch die Anlage, auf den ca. 36 m hohen Faulturm einen grandiosen Rundumblick zu genießen genauso abgerundet wie ein durch die Pfadfinder Bad Vöslau betreutes Kinderprogramm.

Unter folgendem Link finden Sie einen Beitrag zum Tag der offenen Tür von Werner Predota: https://www.youtube.com/watch?v=thHjSAHmz0U




Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage Bad Vöslau






Was wird gebaut?

Zunächst wird ein neuer Faulturm mit einem größeren Faulvolumen von 4500 m³ errichtet. Für die dafür erforderlichen Pumpenräume und ein neues Blockheizkraftwerk wird der bestehende Schlammspeicher umgebaut.
Des Weiteren sollen die Überläufe der beiden bestehenden Faultürme auf eine geruchsdichte Ausführung umgerüstet werden. Zusätzlich zu der bereits seit 13 Jahren in Betrieb befindlichen Klärschlammpresse wird eine zweite Entwässerungsanlage errichtet.
Sämtliche Gebäude im Bereich der Schlammentwässerung werden mit einer Luftabsaugung ausgestattet. Die Abluft wird in einem ebenfalls neu zu errichtenden Biowäscher behandelt.





Warum wird erweitert?

Da es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Kapazitätsproblemen im Bereich der Schlammbehandlung gekommen ist, beschloss der Vorstand, die TU Wien, Institut für Wassergüte mit einer Ursachenerhebung zu beauftragen. Nach Analyse des Ist-Zustandes kam man zum Ergebnis, dass ein Ausbau der Schlammstabilisierung und –entwässerung begleitet von anderen geruchsminimierenden Maßnahmen unumgänglich ist.
Der Klärschlamm ist das Abfallprodukt einer jeden biologischen Kläranlage. Er fällt in flüssiger Form mit einer Trockensubstanz von ca. 0,6 Prozent - also 99,4 Prozent Wasser - an. Er wird auf Seihbandmaschinen vorentwässert und einem Faulbehälter zugeführt. Im Faulbehälter wandeln Methanbakterien einen Teil der organischen Substanz in Biogas um.
Das Biogas wird mit Hilfe eines Blockheizkraftwerkes zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Durch die Reduktion des organischen Anteiles kommt es zu einer Stabilisierung, das heißt Fäulnisunfähigkeit des Schlammes. Für diesen Prozess benötigen die Bakterien minimal 25 Tage Zeit. Diese Aufenthaltszeiten konnten bei Spitzenbelastungen aufgrund von fehlender Faulraumkapazität nicht mehr eingehalten werden.
Alle 10 Jahre muss eine Revision einer Faulanlage durchgeführt werden. Dabei werden die Behälter gereinigt, eine gründliche Inspektion durchgeführt und etwaige Schäden behoben.
Während dieser Arbeiten am Faulturm, ist der Betrieb unterbrochen und der Abbau der organischen Substanz nicht möglich.
Wenn ein zu hoher Anteil an organischer Substanz vorliegt, kommt es zu Geruchsemissionen. Durch den Bau eines weiteren Faulturmes wird nicht nur das Faulvolumen mehr als verdoppelt, sondern auch annähernd ein Normalbetrieb der Faulung im Falle einer Revisionsarbeit ermöglicht. Durch Abdichtung der bestehenden Überläufe wird eine weitere Geruchsquelle neutralisiert.
Auch während des Bauablaufes wird man bemüht sein Geruchsemissionen soweit wie möglich zu verhindern.
Im Anschluss an die Faulanlage muss der Klärschlamm, welcher jetzt mit einer Trockensubstanz von 3 Prozent vorliegt, weiter entwässert werden. Dies geschieht mit Hilfe von einer Klärschlammpresse. Die Kapazität der derzeit betriebenen Schlammentwässerungsanlage stößt an ihre Grenzen und muss erweitert werden.
Mit dem Bau einer weiteren modernen Anlage wird nicht nur Kapazität sondern auch eine Redundanz im Störungsfall geschaffen. Bei der Entwässerung können durch das Ausgasen von Inhaltsstoffen unangenehme Gerüche entstehen. Um diese nicht unbehandelt in die Umgebung abzuleiten wird die gesamte Abluft aus diesem Bereich kontrolliert abgesaugt und einem Biowäscher zugeführt. Im Biowäscher werden mit Hilfe von Bakterien (die gleichen welche auch das Abwasser reinigen) Geruchsstoffe umgewandelt und abgebaut.





Gibt es einen zusätzlichen Nutzen?

Die Nutzung des Faulgases wird durch den Einbau eines zusätzlichen Blockheizkraftwerkes gesteigert, so dass ungefähr die Hälfte der für die Abwasserreinigung benötigten elektrischen Energie selbst erzeugt werden kann. Die benötigte Heizenergie für die Beheizung der Faultürme, Gebäude und der Schlammtrocknung sollte dann zur Gänze selbst erzeugt werden können.

Eckdaten:

Die Leistungswerte der derzeitigen Blockheizkraftwerke sind folgende:
· 2 mal 250 kW elektrische Leistung
· 2 mal 380 kW thermische Leistung
    Das neue zusätzliche Blockheizkraftwerk wird folgende Leistungswerte erzielen:
    · 400 kW elektrische Leistung
    · 480 kW thermische Leistung



    Ab wann und wie lange wird gebaut?

    Am vorigen Donnerstag, den 28.3.2013 fand der feierliche Spatenstich für unser neues Bauprojekt statt. Herr DI Harald Hofmann NÖ Landesregierung, Herr Obmann BGM DI Christoph Prinz, Herr Obmann Stv. BGM Hermann Kozlik und Herr GF Dr. Kurt Wieland setzten im Beisein des Verbandsvorstandes, Herrn Ing. Hubertus Hofböck Abt. WA 4 der NÖ Landesregierung und Vertretern der ausführenden Baufirma das Startzeichen zum Baubeginn.









    Links: Faulturm (19.03.2014), Rechts: Faulturm (09.04.2014)


    Links: Faulturm mit BHKW (22.05.2014), Rechts: Faulturm mit Fettspeicher (22.05.2014)


    Links: Fassadenarbeiten Faulturm (10.07.2014), Rechts: Grabarbeiten BHKW (10.07.2014)


    Links: Faulturm + BHKW (04.11.2014), Rechts: Faulturm + BHKW (25.11.2014)


    Links: Faulturm + BHKW (01.10.2015), Rechts: BHKW + Pressengebäude (01.10.2015)


    Wie hoch sind die Kosten?

    Die Gesamtkosten des Bauvorhabens belaufen sich auf rund 8,8 Mio. € wobei das Bauvorhaben voraussichtlich mit 8 Prozent durch den Bund und mit 5 Prozent durch das Land Niederösterreich gefördert wird.




    Wir werden Sie auf dieser Homepage in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Baustatus informieren und gegebenenfalls Fotos bereitstellen.